800 Mhz Frequenzen

Der Vorteil des freiwerdenden Spektrums um 800 MHz besteht in dem großen Senderadius. Durch die Nutzung von Rundfunkfrequenzen können Funknetze für den Internetzugang in ländlichen und abgelegnen Gebieten günstiger aufgebaut werden, als in den bisherigen Frequenzbereichen des Mobilfunks. Die Digitale Dividende ermöglicht die Versorgung in größeren Gebieten mit wenigen Sendemasten und gewährleistet einen besonders guten Empfang innerhalb von Gebäuden. Enorme Kosten für die Kabelanbindung entfallen.

Somit liegen die Frequenzen im Bereich zwischen 790 und 862 MHz in einem physikalisch betrachtet, attraktiven Bereich des Frequenzspektrums. Da die Telekommunikation gegenwärtig höhere Frequenzen nutzt, war eine flächendeckende Versorgung mit Breitbandinternet bis jetzt nicht möglich. Die Digitale Dividende würde eben jene benötigten, niedrigen Frequenzen zur Verfügung stellen.

Überwindung der digitalen Spaltung

Dieser Vorteil des Spektrums ist aber nur für ländliche Gegenden relevant, wo ein größerer Raum versorgt wird und damit Infrastrukturkosten eingespart werden. In Ballungsräumen ist hingegen aufgrund der hohen Anzahl an Menschen, die versorgt werden müssen, ein höherer Frequenzbereich geeigneter. In diesem Bereich ist das Störungspotenzial geringer als im Frequenzbereich der Digitalen Dividende.

Eine Einschränkung der Digitalen Dividende besteht in Teilen des Spektrums, von 790 bis 814 MHz (Kanäle 61 bis 63) sowie 838 bis 862 MHz (Kanäle 67 bis 69), die bis voraussichtlich 2012 ausschließlich militärisch verwendet werden und somit für den Mobilfunk – trotz Bedarf – nicht genutzt werden können.

Die Weltfunkkonferenz hat bisher für den Frequenzbereich zwischen 790 und 862 MHz sowohl Rundfunk als auch Mobilfunk genehmigt. Beides gleichzeitig ist technisch jedoch nicht realisierbar, dadurch muss eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden, wie der Frequenzbereich um 800 MHz genutzt werden soll.